MICHAEL O’LEARY: Sie sind ja zu zweit!

DIE ZEIT: Bei Interviews immer. Außerdem haben wir einen Billigflieger nach Dublin genommen…

O’LEARY: …aah, zwei neue Kunden!

ZEIT: …aber nicht Ryanair. Sonst wären wir für ein zweistündiges Interview drei Tage lang unterwegs gewesen.

O’LEARY:Bullshit! Und wie viel haben Sie gezahlt? So wenig wie bei uns?

Das also ist das Hauptquartier der erfolgreichsten Billig-Airline Europas. Von außen: ein Flachbau, keine fünf Minuten vom Flughafen Dublin entfernt. Von innen: verschiebbare Wände, wacklige Türen, Gewusel auf dem Gang. Gemessen am Börsenwert, ist Ryanair längst größer als Air France, bei den Passagierzahlen innerhalb Europas liegen die Iren vor British Airways und knapp hinter Lufthansa. Seit 1994 führt Michael O’Leary die Fluggesellschaft. Der gelernte Wirtschaftsprüfer, Jahrgang 1961, trägt Jeans und Turnschuhe, das Hemd zwei Knöpfe geöffnet. Am Fenster seines Büros hängt ein Lammellenrollo schief herunter, an der Lehne eines Besucherstuhls fehlen zwei Schrauben. Über dem Schreibtisch hängt ein Plakat, darauf dick unterstrichen das Mantra des Chefs: "Ryanair – the low fares airline".