bundespresseamt Schönreden für SchröderSeite 3/3

Es sind nur kleine Schrauben, an denen Anda drehen kann. Seit ein paar Monaten informieren die Ministerien, die eifersüchtig über ihre Unabhängigkeit wachen, das BPA wenigstens über ihre Öffentlichkeitsarbeit. Und wenn Staatsbesuche vorbereitet werden, fährt neuerdings ein Fotograf mit, der darauf achtet, wie der rote Teppich liegen muss, damit später schöne Bilder entstehen.

15.00 Uhr, im Gesundheitsministerium sitzen die Öffentlichkeitsarbeiter von Ulla Schmidt und ihre Werbeagenturen beisammen. Vom Bundespresseamt ist niemand dabei. Eine Woge öffentlicher Empörung wie gegenwärtig über Hartz IV mussten sie hier vor acht Monaten aushalten, als die Praxisgebühr eingeführt wurde. Vor wenigen Tagen erst ist die Broschüre zur Gesundheitsreform fertig geworden. Und im Herbst will das Ministerium eine landesweite Werbekampagne für die Reform beginnen – ein Jahr nach den Beschlüssen.

Anzeige

Es gibt eine »Wording-AG«, die sich Slogans ausdenkt. »Damit Deutschland gesund bleibt« lautet jetzt das Motto der gesamten Reform. Solche AGs hätten viel früher tagen müssen, vor allem im Kanzleramt. Der Titel »Agenda 2010«, gibt Werber Bernd Heusinger zu, sei »an sich nicht besonders emotional«.

Es ist Spekulation, aber vielleicht hätte es ja geholfen, das Arbeitslosengeld II anders zu nennen. »Die neue Grundsicherung für alle« zum Beispiel.

Am kommenden Morgen geht alles von vorn los, der nächste Hartz-IV-Aufreger beschäftigt das Bundespresseamt. Die Magdeburger Volksstimme berichtet, viele ostdeutsche Arbeitslose würden durch die Reform gezwungen, ihre Datschen zu verkaufen.

 
Service