Seit der Geburt des Klonschafs Dolly vor sieben Jahren stößt die Möglichkeit, auch menschliche Embryonen zu klonen, in der ganzen Welt auf starke und emotionale Gegnerschaft. Das wachsende Interesse an dem Potenzial embryonaler Stammzellen hat die Aufmerksamkeit auf das so genannte therapeutische Klonen gelenkt, das Forschungszwecken dient. Doch auch die Befürworter des therapeutischen Klonens stimmen meist darin überein, dass das Klonen zu Zwecken der Fortpflanzung, das reproduktive Klonen also, ausdrücklich und für alle Zeit verboten werden müsse.

Die Gegner des reproduktiven Klonens werfen zwei gut unterscheidbare Klassen ethischer Fragen auf. Erstens: Würde diese Technik fundamentale ethische Prinzipien oder Menschenrechte verletzen? Zweitens: Könnte sie Individuen oder der Gesellschaft schwere Schäden zufügen?

An dieser Stelle möchte ich sogleich anfügen: Was immer jemand über diese Fragen denken mag, es bleibt klar, dass gegenwärtig das reproduktive Klonen dem Klon medizinische Risiken zumuten würde, die ethisch inakzeptabel sind, weshalb es verboten sein muss. Freilich könnte diese Sicherheitsfrage eines Tages vielleicht gelöst werden. Das Risiko allein rechtfertigt daher kein dauerhaftes Verbot des reproduktiven Klonens. Die folgende Argumentation wird allerdings erst dann praktisch relevant, wenn das Sicherheitsproblem irgendwann einmal bewältigt sein sollte.

Die drei fundamentalen Rechtspositionen, die das reproduktive Klonen möglicherweise verletzt, sind das Recht auf die Achtung der Würde, das Recht auf Identität und das auf eine offene Zukunft.

Die Behauptung, reproduktives Klonen missachte die Menschenwürde, ist verbreitet, zumal in der internationalen und in der europäischen Debatte. In diesem Kontext hat der Begriff der Menschenwürde einen stark emotionalen und wertenden Inhalt – wir wissen, dass wir gegen alles sind, was die Würde verletzt –, aber der deskriptive Gehalt ist eher schwach. Gegner des reproduktiven Klonens konnten jedenfalls bisher nicht darlegen, inwiefern und in welchen Aspekten es die Würde missachte.