Roman Terézia MoraSeite 2/2

Terézia Moras Roman handelt von einem mit Blut im Schuh, heimatlos, staatenlos, bindungslos, hoch begabt und nutzlos. Die Welt als Vokabel, sagt die Schriftstellerin und Übersetzerin Mora, das ist der Trost, im Wettstreit mit der Zeit und den Menschen, zufrieden mit der leeren Mitte. Da ist es wieder: Im Anfang war das Wort.

Alle Tage ist das bestechende Albtraumbuch unserer Zeit. Abgeblitzt, abgefahren und Anschluss verpasst. Terézia Mora erzählt kühn und kunstvoll rücksichtslos. Die Perspektivdrehungen sind kein Schnickschnack, sie bestrahlen Räume und Menschen. Von dem einen verlorenen Abel wird gesprochen, viele Abels sind gemeint. Hat der Mann, der im schwarzen Trenchcoat und umwickelten Füßen an der Kletterstange baumelt, den Sturz überlebt? Lesen Sie selbst. Die exzeptionelle literarische Expedition lohnt sich. Abels Nachname Nema heißt von hinten nach vorn gelesen: »Amen«. Also auch das.

Terézia Mora: Alle Tage

Roman; Luchterhand Literaturverlag, München 2004; 430 S., 22,50 ¤

 
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  • Serie belletristik
  • Quelle (c) DIE ZEIT 02.09.2004 Nr.37
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  • Schlagworte Roman | Literatur | Péter Esterházy | Rom | Berlin | München
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