Interview »Man weiß nicht, wer schlimmer ist – Bush oder Osama«Seite 3/3

ZEIT: Die USA sind in zwei politische Lager gespalten, die sich sprachlos gegenüberstehen…

Serra: Es gibt sehr wenig Dialog, das ist nicht gesund. Da hilft nur eins: Diese Regierung muss weg, auch Dick Cheney und Donald Rumsfeld – vor allem Rumsfeld, dieser zynische, arrogante Verantwortliche für Abu Ghraib. Aber Bush würde den nie entlassen. Und Colin Powell muss weg. Der ist noch gefährlicher, weil er wirkt, als sei er nicht verrückt. Powell ist ein Hausschwarzer, der stolz ist, dass er nicht mehr auf dem Feld arbeiten muss. Der ist eine Schande für die schwarze Bevölkerung. Wir brauchen einen schwarzen Führer wie Nelson Mandela. Amerika hat keine großen Leitfiguren.

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ZEIT: Wäre John Kerry eine große Leitfigur?

Serra: Vielleicht. Aber Kerry hätte Bush beim Irak-Thema Kontra bieten müssen. Dass er Bush da unterstützt hat, hat ihm die Autorität genommen. Wir wissen nicht einmal, was Bush im Irak will. Wir wissen nur, dass er im Mittleren Osten jeden Tag mehr Ressentiments gegen die USA provoziert. Bush hat Osama bin Laden zum Helden des Mittleren Ostens gemacht. Man weiß gar nicht, wer schlimmer ist, Bush oder Osama.

Mit Richard Serra sprach Eva Schweitzer

 
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