Wenn ich die Augen schließe und von meinem Leben im Alter träume, dann habe ich ein Bild vor Augen: wie ich als Großmutter mit meinem Mann am Meer lebe, ein paar Kinder und Enkel um mich herum, und denke, dass ich halbwegs gut durch mein Leben gegangen bin.

Von dem Psychologen Horst-Eberhard Richter habe ich gehört, dass er vor ein paar Jahren mit Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde und, auf der Bahre liegend, überlegte: "Hast du die wichtigen Fragen deines Lebens beantwortet?" Manchmal frage ich mich: Wie lauten die Fragen meines Lebens? Und bin ich in der Lage, sie rechtzeitig zu erkennen?

Als ich den Dokumentarfilm über Traudl Junge gesehen habe, Hitlers letzte Sekretärin, die ich in dem Film Der Untergang spiele, war ich beeindruckt. Diese Frau hat sich im hohen Alter mit ihren Fehlern konfrontiert. Selbst wenn die Zeiten nicht vergleichbar sind, hoffe ich, dass auch ich im Alter ähnlich konfrontativ mit eigenem Fehlverhalten umgehen werde. Ich habe den Film über Traudl Junge als eine Art Aufruf an die eigene Ehrlichkeit empfunden.

Was sind meine großen Fragen, die Fragen meiner Generation? Ich bin 25. Ich habe noch keine Antworten darauf. Manchmal fühle ich mich einfach nur überfordert.

Ich freue mich auf das Altwerden, aber ich habe auch Angst davor. Ich habe Angst vor Schicksalsschlägen. Vielleicht gerade weil ich bisher so viel Glück gehabt habe.

Bei den Dreharbeiten zu Vom Suchen und Finden der Liebe, dem neuen Film von Helmut Dietl, habe ich eine merkwürdige Erfahrung gemacht. Für eine Szene wurde ich in eine 70-Jährige verwandelt, und zum ersten Mal habe ich einen optischen Eindruck davon bekommen, wie das sein könnte im Alter.

Ich musste dafür fünf Stunden in der Maske sitzen, mit Gesichtverziehen und Klebstoff im Gesicht. Dann sah ich mich im Spiegel – als alte Frau. Mein erster Gedanke war: Erstaunlich, dass das Gesicht im Grunde dasselbe bleibt, auch wenn es von Falten und Grübchen und anderen Altersspuren verändert ist. Für jemanden aus meinem Jahrgang erscheint das Altwerden so unglaublich weit weg.

Ich stehe jetzt an einem Punkt in meinem Leben, der mir oft wie ein Traum vorkommt: Mit dem Film Der Untergang, danach mit der Produktion von Helmut Dietl ist mir als Schauspielerin so ziemlich das Beste passiert, was passieren kann.