Palästinensische Literatur Die verlorene SeeleSeite 3/3

Der Jonas im Wal ist diesmal ein Palästinenser

Alles hat seine Zeit, die Liebe und die Polemik, die Idylle und der Hass. Die Liebesnächte in der Höhle bleiben nicht ohne Folgen, und die Folgen werden politisch: Die israelischen Behörden wollen dem lange gesuchten Yunus auf die Spur kommen, und die Spur ist die immer wieder aufs Neue schwanger werdende Nahila. Da schlägt der libanesische Autor andere Töne an. »Damals folterten die Israelis noch nicht mithilfe von Stühlen… Damals hatten die Israelis noch keine bestimmten Richtlinien, mit einer Frau zu verfahren, der erstens zur Last gelegt wird, drei Kinder geboren zu haben, und zweitens, schwanger zu sein. Und so wurde Nahila für drei Tage in eine dunkle Einzelzelle gesperrt.« Es ist der trockene Ton einer Empörung, die mehr ist als die Sympathie eines Autors für seine Figur. Es ist der Zorn eines politischen Schriftstellers, der auf Arabisch schreibt.

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Und der am Ende das Tor zur Sonne nicht mehr nur eine Höhle, ein dunkles, nasses Verlies, das Versteck für einen Untergrundmann sein lässt, sondern ein Gleichnis wie das von Jonas und dem Wal: »Bewahrt Yunus im Bauch des Wals auf. Und nach drei Tagen, drei Jahren oder dreißig Jahren kommt Yunus, euer Großvater genau wie der erste Yunus, Jonas, aus dem Bauch des Wals, und Palästina ist zurückgewonnen. Dann nennen wir unser Dorf, das wir wieder aufbauen werden, das Sonnentor.«

Das Tor zur SonneRoman | Palästina | FlüchtlingslagerBelletristikRoman, aus dem Arabischen von Leila ChammaaElias KhouryBuchKlett-Cotta2004Stuttgart25742Leila Chammaaarabisch
 
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