Beringers PassionSeite 4/4
Vor dem Untersuchungsausschuss, der vom ehemaligen Präsidenten eines bayerischen Landgerichts geleitet worden ist, haben alle Parteien ausgesagt. Auch vier Chorknaben sind gehört worden, die einen durchaus selbstbewussten Eindruck hinterließen. Furiose Proben und cholerische Anfälle wurden bestätigt, aber nicht weiter schwer genommen. Von Misshandlung und Würgen war nicht mehr die Rede. Auch ein Sachverständiger wurde gehört: der Heldentenor Siegfried Jerusalem, der selbst Gesang unterrichtet und Vater eines Windsbacher Sängerknaben ist. Und am Ende der Anhörung waren die Beschuldigungen gegen den Chorleiter erklärt oder relativiert oder ganz in sich zusammengefallen. Übrig geblieben ist der Vorwurf der rüpelhaften Ausdrucksweise und des groben Benehmens. Aus ihm resultiert die dringende Bitte, Beringer möge sich künftig zusammenreißen. Das Dilemma zwischen Passion und Pädagogik, zwischen großem Anspruch und großem Behüten ist nicht gelöst worden. Und wird sich wohl auch nicht lösen lassen.
- Datum 07.10.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 07.10.2004 Nr.42
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