investitionen Und sie schwimmen in MilliardenSeite 4/4
Vor zwei Jahren hatten die Vermögensverwalter noch empfohlen, die Schulden zu reduzieren, vor einem Jahr hielten sie Investitionen für die geeignetste Strategie. Die Fondsmanager sind mächtig: Wenn die Vorstände der Unternehmen nicht der Einschätzung den Großinvestoren folgen, können sie sicher sein, dass es dem Aktienkurs ihres Unternehmen erst einmal schlecht gehen wird.
Überkapazitäten: Es gibt auch volkswirtschaftliche Gründe für die auffallend niedrigen Investitionen. »Die Weltwirtschaft leidet noch immer an Überkapazitäten«, sagt Dieter Wermuth, Chefvolkswirt für Euroland bei der japanischen Großbank UFJ. Der Investitionsboom der späten neunziger Jahre sei noch nicht abgearbeitet. Das gilt für Deutschland und Amerika gleichermaßen. Wenn die Konsumenten weltweit nicht mehr Geld ausgeben als bisher, werde sich daran zunächst wenig ändern, glaubt Wermuth. Doch in Amerika sind die Verbraucher hoch verschuldet und in Deutschland stark verängstigt, weil sie nicht wissen, was sie durch die heimischen Reformen verlieren.
Woher soll die neue Ausgabenfreude kommen?
Wenn weder die Vorstandschefs noch die Aktionäre mit den hohen Gewinnen etwas anzufangen wüssten, dann müssten eben die Gewinne reduziert werden, damit die Volkswirtschaft als Ganzes nicht Schaden nimmt, meint CDC-Ökonom Artus. Natürlich ist es utopisch, dass die Chefs um der Gesamtwirtschaft willen die Preise ihrer Produkte senken oder die Löhne ihrer Arbeiter erhöhen – gemeinhin geben Vorstandschefs nicht freiwillig Gewinne aus der Hand.
Patrick Artus schlägt daher vor, dass die Arbeitnehmer eine variable Gewinnbeteiligung erhalten. Die würde parallel zu den Unternehmensgewinnen steigen oder fallen. In extrem guten Jahren wie dem gegenwärtigen würde dann ein Teil der Überschüsse aus den Bilanzen der Unternehmen in der Volkswirtschaft ankommen – über den höheren Konsum.
- Datum 07.10.2004 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 07.10.2004 Nr.42
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