DIE ZEIT: Herr Kley, Ihr Vater war Vorstand bei Siemens, Sie bei BASF, und Ihr Bruder sitzt im Vorstand der Lufthansa. Inzwischen streben Ihre Kinder Karrieren in der Wirtschaft an. Können Sie ihnen das angesichts der aktuellen Managerschelte wirklich empfehlen?

Max Dietrich Kley: Na, ich nehme doch an, dass sich diese überhitzte Debatte irgendwann wieder beruhigen wird. Da werden Ausnahmen verallgemeinert und die Kritik auf alle Manager übertragen.

ZEIT: Meinen Sie Ausnahmen wie Mannesmann, wo Manager unter fragwürdigen Umständen millionenschwere Abfindungen absegneten, oder wie DaimlerChrysler, wo Jürgen Schrempp sich erst seinen Vertrag vorzeitig verlängern ließ und dann das Desaster bei Mitsubishi offenbarte?

Kley: Sicher gab es Verfehlungen. Es gab auch Fälle, in denen die Vergütung von Managern nicht im Verhältnis stand zum Erfolg des jeweiligen Unternehmens. Ich halte es aber für verfehlt, aus solchen Exzessen auf die Mehrzahl der deutschen Unternehmen schließen zu wollen.

ZEIT: Halten Sie es für unnötig, die Gehälter einzelner Vorstände offen zu legen?

Kley: Die meisten Aktionäre wollen doch gar nicht wissen, was die Vorstände im Einzelnen verdienen. Ich persönlich habe nicht eine Hauptversammlung erlebt, wo der Einzelausweis ein zentrales Thema gewesen wäre. In Wirklichkeit ist diese Debatte Teil einer großen politischen Kontroverse über die Frage Markt oder bürokratischer Sozialismus. Heute reden wir über ein Gesetz, das Transparenz bei der Managervergütung erzwingen soll.

ZEIT: Sie spielen an auf den Entwurf, den der Transparenzverfechter Theodor Baums vorgelegt hat?