Roman Das bessere LebenSeite 4/4

»Der entscheidende Augenblick der menschlichen Entwicklung ist immerwährend. Darum sind die revolutionären geistigen Bewegungen, welche alles Frühere für nichtig erklären, im Recht, denn es ist noch nichts geschehen.«

Schwarzenberg taugt nicht, wie Braun hofft, als Modell der Vermittlung des »Notwendigsten mit dem Möglichen«. Denn die Arbeiter haben nicht das Kontinuum der Geschichte aufgesprengt, sondern nur den Job der späteren Besatzer getan. Nicht die Herrschaft aufgehoben, nur die Macht ergriffen. Der so genannte reale Sozialismus hat dann verwirklicht, was sie sich nur vorgenommen hatten.

Vielleicht bedarf es aber gerade eines metaphysisch-spekulativen Begriffs von Revolution, um die Misere zu vermeiden, in der der reale Sozialismus erstickt ist. Volker Braun möchte die Hoffnung wach halten, dass die »andere Welt«, die zurzeit zwar »nicht denkbar«, aber eben »möglich« sei, tatsächlich einmal realisiert wird. Das ehrt ihn.

Das unbesetzte GebietRomanBelletristikIm schwarzen BergVolker BraunBuchSuhrkamp Verlag2004Frankfurt a. M.16,80130
 
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