Rita, Carlos’ Exfrau, sieht das ganz anders: "Heute sehe ich auf diese Zeit wie auf einen Albtraum… Wir glaubten, diese Erfahrung würde uns einen, aber nein, als wir aus dem Traum erwachten, merkten wir, es war umgekehrt… So viel Mühe für nichts."

Gemeinsam ist ihnen tatsächlich nur das Wissen, dass ihr Aufstand der Kleinbürgerkinder nicht stattgefunden hat und dass ein solcher gar nicht mehr in ihrem Interesse liegt. Jeder kehrt wie zuvor zurück in sein Leben. Es ist nichts geschehen, es gab auch keine Enttäuschungen, denn die Desillusion ist ihnen allen schon lange eine Selbstverständlichkeit.

Die ehemaligen Akteure eines synchronen Ausbruchs von politischem Veränderungswillen und jugendlicher Lebensgier sind längst jenseits des Fegefeuers – im Zustand eines sehr viel kühleren Lebenswillens, der vollauf damit beschäftigt ist, das Erreichte nicht auch noch zu verlieren.

Diese Bilanz ist nüchtern. Der Roman aber ist es ganz und gar nicht. Er ist voller Mitgefühl und Weisheit – und von einer emotionalen Ehrlichkeit, wie nur wenige Romane es zu sein wagen.