Viele Jahre trotzte die Londoner City allen Unkenrufen. Weder die Euro-Hauptstadt Frankfurt noch einstürzende Börsenkurse konnten die Rolle Londons als wichtigsten Finanzplatz Europas schmälern. Und so entstanden immer mehr spektakuläre Bürohochhäuser. Zuletzt die so genante erotische Gurke, die der Stararchitekt Norman Foster für den Rückversicherer Swiss Re entwarf.

Jetzt allerdings stellt sich die wirtschaftliche Realität weiterer architektonischer Selbstdarstellung in den Weg. Swiss Re hat auch über ein Jahr nach Fertigstellung der Gurke keine Mieter für 14 leer stehende Etagen gefunden und verliert jeden Tag 35 000 Pfund an dem Haus. Pläne für das höchste Gebäude Europas, eine Pyramide von Renzo Piano, und drei andere außergewöhnliche Wolkenkratzerprojekte sind vorerst auf Eis gelegt. Zu viel Bürofläche steht leer, und die Mieten befinden sich schon seit Jahren auf dem Abwärtstrend. Irvine Sellar, der Projektentwickler hinter Renzo Pianos Turm, erklärte: Wenn wir nicht mindestens ein Drittel der Bürofläche im Vorwege vermieten können, fangen wir mit dem Bau gar nicht erst an. Schlechte Zeiten für moderne Architektur in London.