Es gibt für alle Länder zu viele Wohlmeinende, die glauben, daß das beste, was sie und ihre Nachbarn zum Ausbessern der Sachlage tun können, ist, mehr als gewöhnlich zu sparen. Sie glauben, wenn sie in mehr als dem üblichen Verhältnis das Ausgeben ihres Einkommens unterlassen, so hätten sie der Beschäftigung geholfen. (...)

In gewissen Umständen freilich würde dies durchaus richtig sein, aber unter den heutigen Verhältnissen ist es unglücklicherweise ganz falsch.

Es ist überaus schädlich und irrig, das gerade Gegenteil der Wahrheit. Denn das Ziel des Sparens ist, Arbeit zur Verwendung an erzeugenden Kapitalgütern wie Häusern, Fabriken, Straßen, Maschinen und ähnlichem freizusetzen. Wenn aber schon ein großer Überschuß an Beschäftigungslosen für solche Zwecke zur Verfügung steht, dann ist der Erfolg des Sparens lediglich, diesen Überschuß, und damit die Zahl der Arbeitslosen zu vergrößern.

Wenn überdies ein Mann auf die eine oder andere Weise aus der Arbeit geworfen wird, so erzeugt seine verminderte Kaufkraft weitere Arbeitslosigkeit unter denen, die das hergestellt haben würden, was er sich nicht mehr zu kaufen leisten kann. Und so wird die Lage in verhängnisvollem Kreislauf schlimmer und schlimmer. (...)

Denn was jetzt nötig ist, ist nicht, den Gürtel enger zu schnallen, sondern voll Entwicklungsdrang und Tatenlust zu sein, Dinge zu tun, Dinge zu kaufen, Dinge herzustellen.

All dies ist sicherlich nur der augenfälligste Gemeinplatz. Betrachten Sie den äußersten Fall. Nehmen Sie an, wir würden das Ausgeben unseres Einkommens völlig stoppen und den ganzen Kram sparen. Sehr bald wäre ein jeder arbeitslos, und binnen kurzem hätten wir keine Einkommen mehr zum Ausgeben.

Niemand wäre um einen Pfennig reicher, und am Ende würden wir alle verhungern, was uns sicher recht geschähe für die Weigerung, einer vom anderen zu kaufen, für das Vergessen, daß eine Hand die andere wäscht, und eben dies unser aller Leben ausmacht. Das gleiche ist für das Wirken von Gemeindebehörden wahr, sogar in verstärktem Maße. Jetzt ist die Zeit für Körperschaften, mit allen Arten sinnvoller Verbesserungen geschäftig und tätig zu sein.