Hollywood und die amerikanischen Musikkonzerne fahren ihr nächstes Geschütz gegen Film- und Musikpiraten auf. Es heißt Orrin Hatch, seines Zeichens US-Senator, Kumpel des ehemaligen Beach Boys Billy Hinsche und nebenbei ein Komponist christlicher Lieder.

Hatchs neuester Gesetzentwurf namens Induce Act wird derzeit vor einem Komitee des Senats debattiert und könnte in den kommenden Wochen verabschiedet werden. Trotz einiger Abschwächungen in den vergangenen Wochen will der Republikaner weiterhin jeden Hersteller eines Geräts oder Programms, das Raubkopierern von Filmen oder Musik bei der Arbeit hilft, strafrechtlich zur Verantwortung ziehen. Kein Wunder, dass Verbraucherverbände, Bürgerrechtsgruppen und selbst Technologie-Branchenverbände wie die Business Software Alliance (BSA) Sturm laufen. Viele neue Geräte wie digitale Videorekorder, iPods und MP3-Spieler würden unter dieses Gesetz fallen und könnten verboten werden, warnt die Washingtoner Interessengruppe Public Knowledge, die sich für lockerere Urheberrechte stark macht.

Die Raubkopierer selbst würde das Gesetz vermutlich kaum treffen. Trotz schärferer amerikanischer Gesetze in vielen Bundesstaaten, trotz einer Welle von Klagen und saftigen Geldstrafen haben Piraten nach Branchenberichten neuerdings wieder Rückenwind. Nicht zuletzt, weil anonyme Programmierer und Hacker in den letzten Monaten eine Reihe elektronischer Tarnkappen entwickelt haben, die es erleichtern, Musik oder Filme unbemerkt aus dem Internet zu laden.