Das europäische Institut für Gedächtnisforschung in Essen ist interdisziplinär angelegt. Welche Disziplinen sind vertreten?

Das reicht von der Literaturwissenschaft über die Soziologie bis zur Neurobiologie.

Warum ist kein Historiker vertreten, wo es doch um Gedächtnis geht?

Das liegt an den Projekten, die wir bearbeiten. Im Augenblick ist kein historisches Thema dabei. Mit der Ereignisgeschichte, die eher in den Beritt der Historiker fällt, haben wir ohnehin wenig zu tun. Etwas anderes ist die Gedächtnisgeschichte. Dafür sind auch Sozialwissenschaftler und Psychologen zuständig, denn dabei geht es um Emotionen und nicht so sehr um Faktenorientierung.

Gedächtnis hat mit Geschichte nichts zu tun?

Doch, das historische Gedächtnis ist aber nur eines von vielen. Es gibt auch das Gedächtnis, das von einer Gesellschaft eher unbemerkt bleibt: die Architektur. Auch Archive, Museen, bildende Kunst sind eine Art Gedächtnis, genauso der wichtige Bereich mündlicher Überlieferung.

Mit welcher Form von Gedächtnis befassen Sie sich konkret in Ihrem Institut?