Dass ein menschliches Gebiss seine jugendlich kräftige Form und die frische Farbe nicht ewig behält, ist hinlänglich bekannt. Mit guter Pflege und entsprechender Mundhygiene ist die Dauer der Zahngesundheit allerdings bis zu einem gewissen Grad steuerbar. Um teuren Zahnersatz dann bezahlen zu können, wenn das Alter seinen Tribut fordert, würde es im Prinzip ausreichen, beizeiten Geld dafür verzinslich zurückzulegen.

Seitdem öffentlich über eine neue Basis zur Finanzierung von Zahnersatz diskutiert wird, ist aber das Interesse an privaten Zusatzversicherungen stark gestiegen. Mit teuren Folgen. Die neu abgeschlossenen Policen sind dann überflüssig, wenn es sich nicht um private Zusatz- oder Ergänzungsversicherungen, sondern um Vollversicherungen für Zahnersatz handelt. Diese Versicherungen waren als Alternative zur gesetzlichen Zahnersatzversicherung entwickelt worden. Am vergangenen Freitag hat der Bundestag jedoch beschlossen, dass Brücken und Kronen weiterhin Leistungen der Kassen bleiben. Neu ist, dass die Zähne vom 1. Juli 2005 an vom Kassenmitglied allein ohne Mitfinanzierung durch den Arbeitgeber versichert werden müssen. Dafür fällt ein zusätzlicher Beitrag von 0,4 Prozent des Bruttolohnes, beziehungsweise bis zu 31,40 Euro im Monat für hohe Einkommen an. Versicherte mit kleinen Einkommen oder Renten zahlen entsprechend weniger.

Für Kassenpatienten, denen der gesetzliche Schutz gleichwohl nicht ausreicht, bieten sich die gewohnten privaten Ergänzungsversicherungen. Diese Policen sollen den gesetzlichen Schutz aufstocken beziehungsweise ergänzen. Die Zusatzversicherungen decken einen mehr oder weniger großen Teil der ansonsten von den gesetzlich Versicherten selbst zu zahlenden Leistungen ab, die bei besonders aufwändigen Behandlungen Größenordnungen von mehreren tausend Euro erreichen können. Der Markt ist allerdings sehr unübersichtlich, Preise und Leistungen der Policen sind kaum vergleichbar. Je nach Leistungsumfang zahlen 35-jährige Kassenpatienten zwischen 7 und 50 Euro im Monat für eine solche Ergänzungsversicherung. Meist stehen Versicherungspakete zur Wahl, die neben dem Zahnersatz weitere Leistungen wie den Heilpraktikerbesuch, Auslandskrankenversicherungsschutz oder Sehhilfen abdecken. Reine Zahnzusatzversicherungen werden bislang kaum angeboten.

Wenn die Leistungen für Zahnersatz im Vordergrund stehen sollen, ist es ratsam, das Kleingedruckte für diesen Bereich sehr genau unter die Lupe zu nehmen. Viele Zahnzusatztarife übernehmen 20 bis 30 Prozent der Kosten für Zahnersatz, auch Keramikverblendungen für überkronte Backenzähne oder Implantate, die von den Kassen grundsätzlich nicht mehr bezahlt werden.

Entsprechende Zuschüsse gibt es auch für Inlays, die ebenfalls nicht im Leistungskatalog der Kassen enthalten sind. Andere Offerten sehen nur eine Beteiligung an den Kosten vor, die auch von den Kassen übernommen werden. Für Kassenmitglieder, die mit den gesetzlichen Leistungen grundsätzlich zufrieden sind, reichen einfache Tarife für wenige Euro im Monat aus. Wer allerdings hochwertiges Material wünscht - dazu gehört inzwischen auch Gold -, ist mit einer solchen Variante schlecht beraten. Kasse und private Zusatzversicherung übernehmen zusammen meist höchstens 80 bis 90 Prozent der Gesamtkosten. Eine Selbstbeteiligung gibt es also fast immer.

Zu beachten sind auch die teilweise nicht unerheblichen Wartezeiten von bis zu acht Monaten nach Vertragsabschluss. Für Behandlungen innerhalb dieser Zeit zahlt der Versicherer keinen Cent. Entfällt die Wartezeit, sind die Leistungen in den ersten Vertragsmonaten der Höhe nach in der Regel gedeckelt. Und: Wer ein bereits morsches Gebiss über eine private Zusatzpolice sanieren will, kommt zu spät. Für schon vorhandene Schäden kommen die Versicherer nicht auf, auch nicht beim Zahnersatz.