Herr Baruch, wo haben Sie Englisch gelernt?

In der Nähe von Glasgow, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Später habe ich zehn Jahre als Englischlehrer gearbeitet, noch zu Zeiten der DDR an der Wilhelm-Pieck-Universität in Rostock, dann in der Wirtschaft und an Sprachschulen.

Warum können Sie so eingehend über Sprachurlaub informieren?

Ich habe im Laufe der vergangenen zehn Jahre 110 Sprachschulen in Großbritannien und Irland unter die Lupe genommen, manche mehrmals. Nur einen Teil davon empfehle ich guten Gewissens. Die Atmosphäre, den Geist einer Schule kann man nur erkennen, wenn man dort gewesen ist. Sind die Lehrer zum Beispiel fest angestellt oder überwiegend aushilfsweise beschäftigt? Ein gut eingearbeitetes Lehrerteam, das schon lange zusammenarbeitet, ist für mich wichtig. So etwas erfährt man nicht aus Katalogen oder aus dem Internet.

Wo liegen denn die Unterschiede? Man sollte doch meinen, dass Sprachschulen, wenn sie beispielsweise vom British Council anerkannt sind, ein ordentliches Niveau haben.

Auch unter den anerkannten Schulen sind nicht alle gut. Einen Unterschied kann zum Beispiel die Klassenstärke machen: Je weniger Schüler, desto intensiver das Lernen. Ein wichtiges Kriterium ist auch der Anteil der Sprachschüler, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben. Denn nur bei einem international gemischten Kurs ist man auch außerhalb des Unterrichts gezwungen, Englisch zu reden. Wenn Schüler auf Sprachreise gehen, kommt es außerdem auf ein gutes Freizeitangebot an, wie etwa interessante Ausflüge, Sportmöglichkeiten, gemeinsame Abendveranstaltungen.

Lupenreines Schulenglisch wird ja nach landläufiger Vorstellung vor allem in Oxford gesprochen. Kann man das nur dort lernen?