polizei Prozesse pflastern seinen WegSeite 2/2

Auch die 1986 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft der Kritischen Polizisten, die sich anfangs als eine Art freiwillige Selbstkontrolle der Polizei verstanden hatte und Missstände im Ermittlungsapparat anprangerte, war zum Schluss Sammelbecken für Problempersönlichkeiten unter der Schirmherrschaft von Thomas Wüppesahl. Die meisten ernsthaften Kriminalbeamten hatten sich bereits verabschiedet, als sich der Verein im Jahr 2000 durch nicht belegte öffentliche Beschuldigungen gegen die Berliner Polizei selber in den Ruin trieb. Am 23. Oktober 2004 – zwei Tage vor seiner Verhaftung – versucht Wüppesahl die Kritischen Polizisten wiederzubeleben. Doch zur Mitgliedervollversammlung kommen gerade sieben Personen.

Die letzten Sympathisanten der Kritischen Polizisten äußern in diesen Tagen laute Zweifel am Vorgehen der Hamburger Staatsanwaltschaft. Zum Beispiel Alfred Fleissner, der mit Wüppesahl zusammen in der Beratungsstelle für Mobbing-Opfer Klima e. V tätig war. Fleissner findet, der Plan zum Raubmord sei »dilettantisch, dumm und voller Fehler« und damit seinem angeblichen Erfinder Wüppesahl zutiefst »wesensfremd«. Deshalb glaubt Fleissner, dass die Behörden selber dem Unbequemen eine Falle gestellt haben könnten. »Ich habe schon öfter gesehen, was der Staat sich einfallen lässt, um Leute fertig zu machen«, sagt er. Das klingt ganz nach Wüppesahl. Auch der witterte ein Komplott, sobald er in Konflikte geriet. Bleibt die Gegenfrage: Warum sollten sich staatliche Institutionen zu solch aberwitzigen Maßnahmen aufraffen, bloß um einen wie Wüppesahl auszuschalten?

 
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