Dass sich die Lektüre dieses sonderbaren Buches dennoch lohnt, liegt an der leichthändigen Eleganz, mit der Gustafsson seine Maximen und Reflexionen in die Dialoge zwischen Dekan und Vizedekan einfließen lässt. Wir erleben scharfsinnige Diskurse, wunderbare Beschreibungen der Wüste, sarkastische Skizzen aus dem akademischen Leben und nicht zuletzt eindrucksvolle, makabre Szenen aus dem Inferno des Vietnamkrieges. Und schön ist wieder dieser spezielle Gustafsson-Sound, in dem sich unerschrockener Scharfsinn und kindliche Fabulierlust mischen.

Auffällig aber ist die geradezu dreiste Unbekümmertheit, mit der sich Gustafsson vom Zwang eines konsistenten Zusammenhangs befreit, dergestalt, dass sich diese Notizen zum Teil wiederholen, zum Teil einander widersprechen. Trotz der nicht wenigen leuchtenden Passagen bleibt das Ganze äußerst dunkel, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Gustafsson zuweilen einfach nur blufft.

In der Dritten Rochade heißt es einmal: "›Ich verstehe‹, sagte Bernard Foy, und es kam ihm in den Sinn, wie oft dieser Ausdruck in Wirklichkeit sein Gegenteil bedeutet." Die aphoristische Bemerkung kehrt im Dekan wörtlich wieder, als wäre Gustafsson der Ansicht, man dürfe sie nach rund zwanzig Jahren ruhig noch einmal vorbringen. In diesem Sinne angewendet, kann der Leser hier sagen: Ich verstehe.