Der kommende Montag ist der Tag der Entscheidung. Um Punkt zehn Uhr am Vormittag werden Vorstand und Aufsichtsrat der KarstadtQuelle AG die Aktionäre begrüßen, die zur außerordentlichen Hauptversammlung in das Congress Center Düsseldorf gekommen sind. Sie werden betonen, wie wichtig dieser Tag für das Überleben des angeschlagenen Handelskonzerns ist. Und kurz darauf werden sie die Aktionäre bitten, die Hand zu heben, um über die geplante Kapitalerhöhung abzustimmen.

Stimmen sie zu, hat KarstadtQuelle eine Zukunft. Tun sie es nicht, ist der Warenhauskonzern in seiner jetzigen Form möglicherweise bald Vergangenheit.

Die Beteiligten geben sich zuversichtlich. Es wird keinen Worst Case geben, heißt es aus unternehmensnahen Kreisen. Zwei Großaktionäre haben sich grundsätzlich bereit erklärt, im Rahmen der Kapitalerhöhung neue Aktien für insgesamt 280 Millionen Euro zu übernehmen. Einer dieser Anteilseigner ist der Familienstamm um Madeleine Schickedanz, die Tochter des Quelle-Gründers Gustav Schickedanz. Der andere ist der Versicherungskonzern Allianz. Zusammen halten sie mehr als die Hälfte aller Anteile an KarstadtQuelle.

Der Handelskonzern aus Essen ist verschuldet und wird von hohen Verlusten geplagt - umso wichtiger ist es, dass die Aktionäre frisches Geld zuschießen.

Das Eigenkapital sank bis Ende September auf nur noch knapp 83 Millionen Euro, gemessen an der im Quartalsbericht genannten Bilanzsumme von 8,7 Milliarden Euro, ist das ein Anteil von 0,9 Prozent. Als ideal gilt eine Größenordnung von 30 bis 40 Prozent. Mindestens eine halbe Milliarde Euro soll die Kapitalerhöhung insgesamt bringen.

Ihre Zustimmung haben die beiden Großaktionäre an Bedingungen geknüpft.

Erstens, dass Gewerkschafter und Betriebsräte einem harten Sanierungskonzept zustimmen. Und zweitens, dass die Banken ihre Kreditlinie für KarstadtQuelle verlängern - bislang soll die Finanzierung nämlich nur bis zum Ende dieses Jahres gesichert sein.