Biografie Unbestimmt mischrassigSeite 2/2

Nun ist Koestler doch wieder aufgetaucht, als Objekt einer Biografie aus der Feder eines jungen Berliner Judaisten. Es wird ein ganz neuer Faden aufgerollt, der bislang kaum Beachtung fand, zumal Koestler selbst, nach der Bedeutung seiner jüdischen Herkunft befragt, ausweichend bis verneinend geantwortet hatte. Christian Buckard folgt den Spuren des jungen Koestler, der sich in Wien einer schlagenden Verbindung von Zionisten anschließt, sich dort mit Otto Weiningers antisemitischen Attacken auseinander setzt und mit Theodor Herzls Programmen, der in Palästina praktische Erfahrungen mit dem Kibbuzleben sammelt, Anhänger des konfliktfreien Zusammenlebens von Arabern und Zionisten wird, aber auch mit terroristischen Aktionen sympathisiert. Später ging er auf energische Distanz und erklärte: »Ich betrachte mich erstens als Mitglied der europäischen Gemeinschaft, zweitens als naturalisierter britischer Bürger unbestimmter mischrassiger Herkunft, der die ethischen Werte unserer hellenisch-judäo-christlichen Tradition akzeptiert und ihre Dogmen ablehnt.«

Es ist nicht der ganze Koestler, der hier porträtiert wird, aber wir stoßen auf eine bemerkenswerte Ergänzung des Bildes –umso erfreulicher, da Koestlers Figur im Nebel der Gleichgültigkeit ganz zu verschwinden drohte.

Arthur KoestlerBiografieSachbuchEin extremes Leben.Christian BuckardBuchC. H. Beck2004München 200424,90424
 
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