Moby-Dick, Kap. 1, Ismael:

Call me Ishmael. Some years ago – never mind how long precisely – having little or no money in my purse, and nothing particular to interest me on shore, I thought I would sail about a little and see the watery part of the world.

It is a way I have of driving off the spleen, and regulating the circulation.

Whenever I find myself growing grim about the mouth; whenever it is a damp, drizzly November in my soul; whenever I find myself involuntarily pausing before coffin warehouses, and bringing up the rear of every funeral I meet;

and especially whenever my hypos get such an upper hand of me, that it requires a strong moral principle to prevent me from deliberately stepping into the street, and methodically knocking people’s hats off – then, I account it high time to get to sea as soon as I can. This is my substitute for pistol and ball.

With a philosophical flourish Cato throws himself upon his sword; I quietly take to the ship.

Matthias Jendis

Nennt mich Ismael. Ein paar Jahre ist’s her – unwichtig, wie lang genau –, da hatte ich wenig bis gar kein Geld im Beutel, und an Land reizte mich nichts Besonderes, und so dacht ich mir, ich wollt ein wenig herumsegeln und mir den wässerigen Teil der Welt besehen.

Das ist so meine Art, mir die Milzsucht zu vertreiben und den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Immer wenn ich merke, daß ich um den Mund herum grimmig werde; immer wenn in meiner Seele nasser, niesliger November herrscht; immer wenn ich merke, daß ich vor Sarglagern stehenbleibe und jedem Leichenzug hinterhertrotte, der mir begegnet;

und besonders immer dann, wenn meine schwarze Galle so sehr überhandnimmt, daß nur starke moralische Grundsätze mich davon abhalten können, mit Vorsatz auf die Straße zu treten und den Leuten mit Bedacht die Hüte vom Kopf zu hauen – dann es ist höchste Zeit für mich, so bald ich kann auf See zu kommen. Das ist mein Ersatz für Pistole und Kugel.

Mit einer stoischen Sentenz stürzt Cato sich in sein Schwert; ich gehe still an Bord.

Friedhelm Rathjen

Nennt mich Ishmael. Als ich vor ein paar Jahren – ohne Belang, wie lange genau her – wenig oder gar kein Geld im Beutel hatte und mich an Land nichts Besonderes reizte, dachte ich, ich wollt ein wenig herumsegeln und den wäßrigen Teil der Erde besehen.

Das ist so meine Art, die Trübsal zu vertreiben und die Blutzirkulation zu regulieren.

Wann immer ich bemerke, daß ich um den Mund herum grämlich werde; wann immer in meiner Seele nasser, niesliger November herrscht; wann immer ich bemerke, daß ich vor Sarglagern stehenbleibe und bei jedem Leichenzug, der mir begegnet, die Nachhut bilde;

und insonderheit, wann immer meine Chondrien so sehr die Oberhand gewinnen, daß nur starke moralische Grundsätze mich davon abhalten können, mit Vorsatz auf die Straße zu treten und systematisch den Leuten die Hüte runterzuschlagen – immer dann ist es höchste Zeit, sobald ich kann zur See zu gehen. Das ist mein Ersatz für Pistole und Kugel.

Mit einer philosophischen Sentenz stürzt sich Cato in sein Schwert; ich gehe still aufs Schiff.

Kap. 36, Ahab zu Starbuck:

Talk not to me of blasphemy, man; I’d strike the sun if it insulted me.

For could the sun do that, then could I do the other; since there is ever a sort of fair play herein, jealosy presiding over all creations. But not my master, man, is even that fair play. Who’s over me? Truth hath no confines.

Take off thine eye! more intolerable than fiends’ glarings is a doltish stare! So, so; thou reddenest and palest; my heat has melted thee to anger-glow.

But look ye, Starbuck, what is said in heat, that thing unsays itself. There are men from whom warm words are small indignity. I meant not to incense thee. Let it go.

Look! see yonder Turkish cheeks of spotted tawn – living, breathing pictures painted by the sun. The Pagan leopards – the unrecking and unworshipping things, that live; and seek, and give no reasons for the torrid life they feel!

Matthias Jendis

Sprich du mir nicht von Gotteslästerung, Mann; ich würde selbst die Sonne schlagen, wenn sie mich beleidigt.

Denn könnte dies die Sonne tun, so könnte ich es auch – darin liegt immer eine Art Gerechtigkeit, denn Eifersucht regiert doch über alles, was geschaffen. Mein Herr und Meister, Mann, ist aber nicht einmal diese Gerechtigkeit. Wer steht denn über mir? Wahrheit kennt keine Grenzen.

Starre mich nicht so an! Das Funkeln aller Feindesaugen ist leichter zu ertragen als das dumme Glotzen! So, so: Du wirst erst rot, dann blaß; mein hitziger Eifer hat dich zu Zornesglut geschmolzen.

Doch Starbuck, sieh, was in der Hitze des Gefechts gesagt, das ist wie ungesagt. Von manchen Männern ist ein hitzig Wort nur eine kleine Kränkung. Ich wollt dich nicht erzürnen. Laß es gut sein.

Schau nur, sieh dort die braungefleckten Wangen dieser Wilden – lebende, atmende Bilder, wie sie die Sonne malt. Heidnische Leoparden sind’s – sie planen nicht und beten nicht und leben doch wie wir und streben und geben keine Gründe für das Lebensfeuer, das in ihnen brennt!

Friedhelm Rathjen

Sprich mir nicht von Gotteslästerung, Mann; ich würd die Sonne schlagen, wenn sie mich beleidigt.

Denn könnt die Sonne dieses tun, dann könnt ich jenes tun; denn hierin steckt auf eine Art stets ein gerechtes Spiel, Eifersucht regiert sämtlich’ Geschöpfe. Aber dieses gerechte Spiel nicht einmal, Mann, ist mein Gebieter. Wer ist über mir? Der Wahrheit sind wohl Grenzen nicht gesetzt.

Ach, wende du dein Auge ab! Schwerer erträglich wohl denn jedes Bösen Funkeln ist mir dumm’ Geglotz! So, so: errötest du, erbleichest; meine Hitze hat zu Zornesglut geschmolzen dich.

Doch schau Starbuck, was in der Hitz’ gesagt, das macht sich selber ungesagt. ’s gibt Männer, deren warme Worte wenig Schimpf ausmachen. Wollt dich nicht erzürnen. Laß nur gut sein.

Schau! sieh dort die türk’schen Wangen von gefleckter Tönung – lebendig, atmend Bilder, von der Sonn’ gemalt. Die heidnischen Leoparden – die nicht berechnenden und niemals betenden Dinge, die doch leben; und die streben und die keine Gründ’ angeben für das sengend’ Leben, welches sie verspüren!