»Er hat gedacht: Gott wird mich beschützen«

Heiligabend vor 25 Jahren starb der Studentenführer Rudi Dutschke. Helmut und Manfred Dutschke reden zum ersten Mal gemeinsam über ihren Bruder

DIE ZEIT: Weihnachten 1979 ist Ihr Bruder Rudi gestorben. Wie feiern die Dutschke-Brüder Weihnachten?

Manfred D .: Wir beide treffen uns am ersten oder zweiten Feiertag. Rudis Kinder treffen sich alle in Dänemark. Die Mutter, Gretchen, kommt aus den USA dazu.

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Helmut D.: Die Familie Dutschke feiert in alter bürgerlicher Tradition. Rudis Kinder sind wieder da angekommen, von wo er sich entfernen wollte. Ich weiß nicht, was Rudi dazu sagen würde, dass seine Kinder Hosea und Polly ein Haus besitzen, so wie sie das bei Oma und Opa in Luckenwalde gesehen haben.

DIE ZEIT: Wie hat sein Todestag für Sie Weihnachten verändert?

Helmut D.: Seither ist Weihnachten mit sehr großer Traurigkeit verbunden. Ich denke halt immer wieder darüber nach: Warum musste das sein, dass er so früh stirbt?

Manfred D.: Im Hinterkopf sind die Gedanken: Mensch, das mit Rudi.

Helmut D.: Es war immer der große Leitspruch von ihm: Dass nie eine Mutter ihren Sohn mehr beweint. Unser Onkel ist im Krieg geblieben, und unsere Oma hat darüber sehr geweint. Das haben wir als Kinder mitbekommen. Und Rudi hat gesagt: Das darf nie wieder geschehen. Und was hat er gemacht? Er wollte Revolution machen.

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