sprache rinks lechtsSeite 3/3

Der interkulturelle Ansatz der Forschungsgruppe rüttelt noch an einer weiteren auch hierzulande gern gepflegten Vorstellung. Bei ihren Feldforschungen in Sprachgemeinschaften wie den Guugu Yimithirr stellten die Wissenschaftler keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen fest. »Der innere Kompass funktioniert bei Frauen so gut wie bei Männern«, vermeldet Levinson. Bisherige Studien dagegen attestieren den Männern eine Überlegenheit im räumlichen Verständnis. »Oft werden solche Forschungen in westlichen Industrienationen gemacht und dann als stellvertretend für die ganze Menschheit angesehen«, kritisiert Levinson. Orientierungssinn könnte, so der Forscher, mehr mit der Erziehung als mit dem Geschlecht zu tun zu haben.

Der von der Forschungsgruppe riskierte Blick über den Tellerrand wirbelt viele westliche Ideen über die Raumorientierung durcheinander. Bleibt die Frage, wie es um unseren Anthropozentrismus bestellt wäre, wenn schon Protagoras jemanden getroffen hätte, der auf sich selbst zu zeigen scheint, aber eine Himmelsrichtung meint.

Anzeige
 
  • Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
  • Quelle (c) DIE ZEIT 31.12.2004 Nr.1
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service