Susanne Holst, 43

Ärztin, Journalistin und Tagesschau-Moderatorin

Mein Lebenslauf war überhaupt nicht geplant. Vieles war Zufall und einfach Glück. Für meinen Medizin-Studienplatz bin ich damals ausgelost worden, eigentlich hätte ich noch ein bis zwei Semester auf den Platz warten müssen.

Meine erste Assistentenstelle fand ich in einer allgemeinmedizinischen Praxis in Hamburg, das war für mich ein ganz besonderes Erlebnis: Ich war Mitte zwanzig, durfte Hausbesuche machen, betrat fremde Wohnungen und erfuhr nicht nur die Krankengeschichten der Menschen, sondern ganze Lebensgeschichten.

Als Journalistin arbeite ich ähnlich wie als Ärztin

Krankengeschichten finde ich nach wie vor sehr spannend, und sie sind auch weiterhin Teil meiner Arbeit. Zum Beispiel, wenn ich mich für Visite persönlich im NDR auf meine Gesprächspartner vorbereite. Die beiden Berufe sind gar nicht so verschieden, wie man denken könnte: Als Journalistin und Tagesschau-Moderatorin muss ich ähnlich wie ein Arzt spontan reagieren, Zusammenhänge analysieren und in einen großen Kontext einordnen, die richtigen Fragen stellen und auch immer wieder mal improvisieren.

Zum Fernsehen kam ich über meinen damaligen Freund: einen Sportjournalisten.