Computer Digitale MystikSeite 3/3
Leider hat die naturalisierte Ästhetik einen Haken. Noch niemand hat die Brücke gefunden, die vom digitalen Apparat zum Unendlichen führt. Es gibt kein ontologisches Kontinuum zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren. Es gibt immer ein Dazwischen, die Lebenserfahrung des Künstlers, seine namenlose Subjektivität oder die namhafte Macht der Gesellschaft. Das »Dahinter«, auf das digitale Ästhetiker sich berufen, ist kein mysteriöses Wesen. Es ist, mit einem Wort des Philosophen Martin Seel, »selbst nur eine Erscheinung«. Deshalb kennt digitale Kunst auch keinen Sonderweg zum Heiligen Gral. Sie lüftet weder den Schleier des Unsichtbaren, noch löst sie das Rätsel des Universums. Wenn sie gut ist, dann fügt sie dem Sichtbaren ein neues Geheimnis hinzu.
- Datum 31.12.2004 - 13:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle (c) DIE ZEIT 31.12.2004 Nr.1
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







