Nach dem Fest ist vor dem Fest, und die nächste Bescherung ist immer die schwerste. Millionen Deutsche kennen das, und dabei geht es nicht nur um Männer, die während der Weihnachtstage leiden, weil die Bundesliga winterpausiert und die kleine Tochter (fünf, blond, lacht viel) mal wieder gar nicht lachen kann über ihr Geschenk (rund, handgenäht, echtes Leder).

Also Kind ins Auto, wo ist der verdammte Kassenbon? Egal, rein in die Stadt, eine Stunde Parkplatz suchen, Parkplatz gefunden, rein in den Laden, was meinen Sie mit: Ohne Kassenbon können wir nichts tauschen?, Kind schreit, Kind greift ins Regal, Kind ist glücklich, ab nach Hause. Der Tag nach Weihnachten, sagt Hubertus Pellengahr vom Einzelhandelsverband, gehört zu den umsatzstärksten des Jahres. Deutschland tauscht um. Auch der Kanzler beschäftigt einen Herrn Pellengahr, einen Experten für Dinge, die man gern tauschen würde: Er heißt Frank-Walter Steinmeier und ist der Chef des Kanzleramtes. Im dritten Stock des Amtes, enthüllte jetzt dpa, lagern nämlich die Staatsgeschenke: zum Beispiel ein japanischer Roboterhund, der Nationalhymnen bellt. Oder eine elektrische Gitarre mit schwarz-rot-goldener Schärpe. Oder ein riesiges Rohr, darauf steht: Ich wollte Deutschlands Einheit. Diese Geschenke aber bleiben. Die Deutschen tauschen nur die dazugehörigen Kanzler.