Zerstörte Häuser, Wasserkanäle voller Trümmer und verängstigte Menschen: Die Situation in der indonesischen Provinz Banda Aceh ist katastrophal. Dort befindet sich seit sechs Tagen ein Erkundungstrupp des Technischen Hilfswerks (THW). Einsatzleiter Rolf Bartsch soll mit vier Kollegen und einem Feuerwehr-Spezialisten das Ausmaß des Flutunglücks ermitteln und der THW-Zentrale in Deutschland Informationen über mögliche Hilfslieferungen mitteilen."Es ist unvorstellbar. Von der Stadt Aceh ist fast nichts mehr übrig. Immer noch treiben Leichen in den Flüssen, die vom Militär geborgen werden. Manchmal hängt ein beißender Gestank in der Luft", so Bartsch. Die Arbeit sei hart und belastend. Weiteres Problem: die Infrastruktur. "Die Menschen räumen seit Tagen die Trümmer aus dem Weg. Es wird noch sehr lange dauern, bis die Straßen wieder gut passierbar sind"Viele Einheimische hätten ihr Obdach verloren, müssten sich jetzt mit den wenigen Habseligkeiten, die die Flut ihnen ließ, in Provisorien einrichten. Außerdem sei die ausreichende Versorgung mit Trinkwasser schwierig. "Das Abwassersystem ist völlig zerstört worden. In den Kanälen schwimmen Trümmer und Tierkadaver. Hygienisch einwandfreies Wasser muss aufbereitet werden", berichtet der Einsatzleiter. Im Moment sei nur eine Trinkwasseranlage im Einsatz. Australische Soldaten haben das Gerät auf dem Luftwege nach Aceh geschafft. Die Menschen stehen Schlange, um das kostbare Nass in mitgebrachte Gefäße zu füllen. "Mehr Wasser wird dringend benötigt, damit hier keine Seuchen ausbrechen. " Deshalb erwartet Bartsch ungeduldig das Eintreffen weiterer THW-Helfer.Gestern machten sich 37 THW-Mitarbeiter auf den langen Weg nach Indonesien. Mit im Gepäck: neun Trinkwasseraufbereitungsanlagen und Instandhaltungssets für Stromleitungen und Straßenbau. "Die Einwohner Acehs freuen sich sehr über unser Engagement. Wir haben keine Probleme mit den Behörden", so der Helfer.Von den Auswirkungen des Bürgerkrieges ist der Erkundungstrupp nicht beeinträchtigt worden. Jedoch werden Bartsch und sein Team von der örtlichen Polizei eskortiert. "Nach Einbruch der Dunkelheit gehen wir nicht mehr aus dem Camp."