Einhundertsechzig Kilometer südlich von Bangkok kosten Hotelzimmer inzwischen das Doppelte. Pattaya, die Stadt der Rotlichtbars und des billigen Tourismus, ist voll von sonnenhungrigen Europäern. Wer jetzt nach Thailand will, bucht hierhin um. Wer eben noch auf Phuket war, versucht herüberzukommen an die Ostküste des Landes, wo der Strand sauber und die Flutkatastrophe nur ein Fernsehbild ist. Seit sieben Jahren betreibt Uwe Sonthoff in der Stadt die Deutsche Schänke. "Viele Touristen möchten jetzt ihren Urlaub retten", sagt er. Sie wollen baden. Feiern. Ausschlafen. BILD

Es ist der achte Tag, nachdem das Wasser über Südasien kam.

Gleich nach der Flut hat Martin Salm seinen Skiurlaub abgebrochen. Jetzt sitzt der Deutschland-Chef der Hilfsorganisation Caritas International am Schreibtisch in einem Freiburger Hochhaus. Durch die Fenster schimmern weiß die verschneiten Hänge des Schwarzwalds. Die neun Katastrophenhelfer in Salms Büro schauen auf ihre Notizen und die Weltkarte an der Wand. Lagebesprechung.

"Was ist mit den Telefonen?"

"Wir haben ein Call-Center eingeschaltet, damit kein Anruf verloren geht."

"Ist denen klar, dass wir mit Schuhen, Hemden und Decken nichts anfangen können?"

"Ja."