Nach einem Bericht des TV-Magazins Panorama und des NDRs haben leitende NPD-Funktionäre linke Demonstranten mit Steinen beworfen und später auch verprügelt. Die Panorama-Aufnahmen zeigen beispielsweise Ingo Stawitz, den Landtagskandidaten der NPD für die Wahl in Schleswig-Holstein, beim Steinewerfen. Unmittelbar vorausgegangen war eine Gegendemonstration zur NPD-Auftaktveranstaltung zum Schleswig-Holstein-Wahlkampf am 4. Dezember 2004 in Steinburg bei Itzehoe. Nachdem Demonstranten das NPD-Versammlungslokal mit Steinen beworfen hatten, soll außer Stawitz auch Manfred Börm diese Würfe erwidert haben. Börm ist Mitglied im Bundesvorstand der NPD. Die Aufnahmen zeigten außerdem, wie die Demonstranten nach den Steinwürfen geflohen sind und NPD-Funktionäre sie verfolgt und auch verprügelt haben. Stefan Köster, ein weiteres Mitglied des NPD-Bundesvorstands, ist zu erkennen, wie er auf eine am Boden liegende Frau eintritt.

Der Einsatzleiter der Polizei, Uwe Kleinig, berichtete im NDR, dass er "schockiert" war von der Gewalt der Rechten, die "deutlich stärker" gewesen sei als die der Linken, von denen es "keine Gegenwehr" gegeben habe. Als einer der Rechten mit einem Stuhl auf einen bereits verletzt am Boden liegenden Demonstranten habe schlagen wollen, soll ein anwesender Zivilbeamter der Polizei zwei "Signalschüsse" abgeben haben. Außer den NPD-Funktionären sollen sich weitere Rechte an der Gewalt beteiligt haben. Die Staatsanwaltschaft in Itzehoe ermittelt nunn wegen "schwerer Körperverletzung" gegen die Mitglieder des NPD-Bundesvorstands, Manfred Börm und Stefan Köster, und auch den schleswig-holsteinischen NPD-Landtagskandidaten Ingo Stawitz. Oberstaatsanwalt Wolfgang Zepter bestätigte am Donnerstag den NDR-Bericht.

Gegenüber Spiegel-Online erklärte die NPD, die Beschuldigten Stawitz, Börm und Köster wollten sich nicht äußern, bevor sie den Film nicht gesehen haben. Panorama hat den Bericht am 6. Januar um 21.45 Uhr in der ARD gesendet. ( ZEIT.de )