Pop Der TraumarbeiterSeite 2/2

Die unter dem Titel Magazine zum Buch zusammengefassten Miszellen und Paralipomena aus der Schreibwerkstatt bezeugen aber auch, wie hart die Fantasie für all das schuften muss. Vereinzelt ragen die Konturen späterer Songs aus dem gedruckten Fluss der Assoziationen. Meist jedoch geht es um Gott, die Welt und was einem genialischen jungen Mann so durch den Kopf rauscht, wenn der Tag lang ist. Tiefsinniges steht neben Banalem, Beatnikprosa neben Lyrizismen im Stile des späten Baudelaire. Alle paar Seiten kreißt der Text und gebiert einen Aphorismus, aus dem Philologen der Zukunft gewiss einmal den Zustand der Jugend am Anfang des 21. Jahrhunderts herauslesen werden: »New York is married but she still wants one last kiss«, »Show me an orphan and I’ll show you a computer that cries« oder auch »I’m not going to have a midlife crisis (because I had a midchildhood crisis)«. Dann geht es schon weiter auf der endlosen, mühsamen Jagd nach der perfekten Zeile. Träumen ist ein Fulltimejob. Und bekanntlich nichts so schwer wie das Einfache.

 
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  • Serie musik
  • Quelle (c) DIE ZEIT 13.01.2005 Nr.3
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  • Schlagworte Pop | Musik | Literatur | USA | Folk | New York
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