Welch wohltuende Wirkung eine gewonnene Wahl doch haben kann. Noch im Spätsommer, kurz vor der Entscheidung über die nächste amerikanische Regierung, war US-Präsident George W. Bush bei den Angestellten des Flugzeugkonzerns Boeing auf Stimmenfang gegangen, indem er kurzerhand den Konkurrenten Airbus und die Europäische Union vor der Welthandelsorganisation verklagte.

Unzulässige Subventionen lautete der Vorwurf, und die EU konterte flugs mit einer ähnlich lautenden Klage. Inzwischen ist die Wahlschlacht Geschichte, und so kehrt die ökonomische Vernunft zurück. Am Dienstag einigten sich EU-Handelskommissar Peter Mandelson und sein scheidender amerikanischer Kollege Robert Zoellick darauf, den Handelsdisput nicht eskalieren zu lassen.

Sie wollen nun erst einmal drei Monate lang im Têteà-tête nach Lösungen suchen. Gemeinsam werden sie an einer Liste arbeiten, auf der künftig alle verbotenen Subventionen stehen sollen. Das Resultat könnte den Steuerzahler freuen - schließlich zahlt er die Beihilfe.