Ansprachen von Arnold Schwarzenegger sind nichts für die Freunde von Nuancen. Das war nicht anders, als der Gouverneur von Kalifornien am vergangenen Donnerstag seine jährliche Ansprache zur Lage des Staates hielt - und dabei frontal das Pensionssystem der beim Staat Beschäftigten angriff.

Auf dem Weg ins Desaster seien Kaliforniens Pensionskassen für öffentliche Angestellte. Damit ist allen voran Calpers gemeint, mit 177 Milliarden Dollar Verwaltungsvermögen und 1,4 Millionen Mitgliedern der größte Fonds der USA überhaupt. In ihn zahlen die Arbeitgeber der meisten kalifornischen Staatsdiener ein. Der Einfluss der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ist dort traditionell groß. Calpers hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder auch politisch stark gemacht (meist im Sinne der Gewerkschaften) und mächtigen Unternehmen wie Disney oder der New Yorker Börse reingeredet (meist im Sinne der Aktionäre). Damit hatte der Fonds sich keine Freunde bei Schwarzenegger und der Republikanischen Partei gemacht. Im Dezember wurde nach kurzem Machtkampf der langjährige Calpers-Chef und Gewerkschaftsfunktionär Sean Harrigan abgesetzt. Doch in seiner Ansprache enthüllte Schwarzenegger noch mehr: Er befürwortet offenbar einen Gesetzentwurf seiner republikanischen Parteifreunde, die den Fonds für neue Mitarbeiter schließen und damit langfristig ausbluten wollen. Zusätzlich soll auch Calpers zukünftig seinen Mitgliedern keine festen Pensionen mehr garantieren. Der Staat soll stattdessen für seine Beschäftigten nur noch monatliche Beiträge in den Fonds entrichten - welche Pension für den Einzelnen herausspringt, hinge dann entscheidend vom Anlageerfolg ab.

Freilich muss der Gouvernator sein Vorhaben noch an den mächtigen kalifornischen Gewerkschaften und der demokratischen Mehrheit im Parlament vorbeischleusen. Das wird schwierig, denn Nuancen mögen die auch nicht.

Kostprobe: Schwarzenegger will öffentliche Pensionen in eine Börsenlotterie verwandeln, schimpfte gerade die Gewerkschaft California State Employees Association, die 140 000 Angestellte vertritt.