"Hat er Ihre Augen? Ihre Nase? Ihren Mund?" Seit Labors mit Namen wie Papacheck für ein paar hundert Euro die Frage nach der biologischen Vaterschaft klären, streiten in Deutschland die Gerichte darüber, unter welchen Voraussetzungen diese Dienstleistung angeboten werden darf.

In der Praxis genügen Speichelproben des Kindes und des mutmaßlichen Vaters – beides ohne weiteres heimlich zu beschaffen –, um Gewissheit zu bekommen. Das will Justizministerin Brigitte Zypries ändern. Nur auf Gerichtsbeschluss oder mit Zustimmung beider Eltern, fordert sie, dürfe ein Labor tätig werden, eine Ansicht, die freilich selbst innerhalb der beiden Koalitionsfraktionen umstritten ist. Von ihrer ursprünglichen Forderung, den Einsendern heimlicher Vaterschaftstests ein Jahr Haft anzudrohen, ist die Ministerin inzwischen abgerückt. Die Strafvorschrift ihres neuen Gendiagnostikgesetzes soll nun erst einmal innerhalb der Koalition diskutiert werden.

Setzt sich die Ministerin mit ihren Vorstellungen durch, dürfte das heimliche Vaterschaftstests in der Praxis erschweren, aber nicht verhindern – im Ausland gibt es Genlabors genug.