Selbst das fröhlichste Wesen wird ab und an von der Wut geschüttelt. Dann verzerren sich seine anmutigen Züge. So verhält es sich auch mit den Italienern.

1922 packte das Land ein heiliger Zorn. Es lief dem blutrünstigen Clown Mussolini in die Arme. 1940 erfasste Italien die Großmannssucht, und es stürzte sich in den Weltkrieg. Das alles ging schlecht aus. Entsprechend ruhig verliefen die Jahrzehnte danach. Der Faschismus war bald nur Albtraum, geträumt nach der Einnahme eines opulenten mediterranen Essens. Die Wirklichkeit war wieder schön, die Träume waren es auch.

Im Jahre 2001 allerdings bebte das Land wieder vor Bedeutungswillen. Es fand seine Lichtgestalt: Silvio Berlusconi. Wir sind wieder wer! Wir sind wieder wer!, rief er so laut, dass man erschrak. Na ja, die Italiener merkten bald, dass auch seine Regierung gar nicht formidabel ist. Da schlich sich wieder dieser Hass in ihre Kehlen, und bevor er sich richtig gegen ihn wendete, unternahm Berlusconi etwas.

Er ging auf die Raucher los. Und mit welch duxhafter Entschlossenheit! An allen Arbeitsplätzen, in allen Cafés und Restaurants ist nun das Rauchen strikt verboten. Missetäter werden von der Polizei verfolgt. Das freilich ist gar nicht nötig. Das Volk, ach ja, das liebe Volk, sorgt gern selbst für Ordnung.

In Rom zogen Freiwillige mit Wasserpistolen und Feuerlöschern durch die Straßen. Sie jagten Raucher, bis deren Asche nass zu Boden fiel. Wie schwarz das Herz Italiens doch sein kann. Faschistisch soll das sein?! Ich bitte Sie!

Die Faschisten gebrauchten Knüppel.