Erkältungskrankheiten oder akute respiratorische Erkrankungen sind die kleinen Schwestern der Grippe. Allein in den USA wird die Zahl der Fälle auf jährlich eine Milliarde geschätzt. Sie werden durch Rhino-, Adeno-, Corona-, Respiratory-Syncytial-Viren und viele andere Erreger ausgelöst, können aber ähnliche Symptome wie die Influenza haben – und sind deshalb manchmal kaum von dieser zu unterscheiden. Schnupfenviren können auch hohes Fieber verursachen. Den Beweis für eine echte Influenza liefert nur der Labortest.

Während man sich gegen die Influenza mit einer Impfung weitgehend schützen kann, ist der gewöhnliche Schnupfen nur symptomatisch behandelbar. Dazu gehört, den Schleim in den Lungen zu lösen, die Nase freizubekommen und Schmerzen und Fieber zu bekämpfen. Allein Schleimlöser und Hustenmittel stehen auf Rang sechs der am häufigsten verschriebenen Medikamente. Viele der angebotenen Mittel halten aber leider nicht, was sie versprechen. Und weil die Arzneimittelbudgets der Ärzte begrenzt sind, werden seit einigen Jahren auch tatsächlich erheblich weniger Schnupfenmedikamente verschrieben. In Eigenregie greifen die Deutschen auf überlieferte Kuren und die Hausapotheke zurück.

Der Nutzen von Vitamin C war lange Zeit fraglich. Inzwischen verdichten sich aber die Hinweise, dass es beim Schnupfen doch helfen kann. Acht Gramm Vitamin C, eingenommen, wenn die Syptome einsetzen, sollen die Schwere und Dauer des Schnupfens mildern.

Echinacea gilt als Prophylaktikum . Einige Studien zeigten auch eine minimale Verkürzung der Schnupfendauer – andere konnten dies nicht bestätigen. Die Nutzer sollten sich genau informieren, ob sie das Mittel nehmen dürfen: Es kann Allergien auslösen. Immungeschwächte und Schwangere sollten es nicht nehmen. Auch an Kindern wurde Echinacea bisher nicht getestet.

In den letzten Jahren drängten Zink-Präparate als Wundermittel auf den Markt. Tatsächlich scheint das Metall die Symptome zu lindern, wenn es 24 Stunden nach Auftreten der ersten Zeichen eingenommen wird. Eine vorbeugende Wirkung ist nicht bekannt.

Wenn die verquollene Nase die Nachtruhe stört, gibt es verschiedene Optionen: Dampfinha lationen können das Wohlbefinden steigern und die Nase vorübergehend vom Schleim befreien. Ähnlich durchatmen lassen den Verschnupften Nasentropfen. Diese können auch sinnvoll sein, um die Verbindung zwischen Ohren und Rachenraum sowie die Nebenhöhlen freizuhalten. Es besteht aber die Gefahr, dass die Betroffenen es übertreiben. Besser als viele Dosen, über mehrere Tage verteilt, ist eine einmalige Anwendung – sonst droht auf Dauer Nasentropfenabhängigkeit.

Der quälende Erkältungshusten ist lästig, aber nützlich. Denn der Husten treibt den Schleim aus den Bronchien. Die Apotheke hält dennoch ein ganze Reihe von Hustenmitteln parat. Die einzige sinnvolle Ausnahme für deren vorübergehenden Einsatz: wenn der Reiz zwar da, aber kein Sekret mehr vorhanden ist. Extrem verbreitet waren eine Weile lang Schleimlöser für die Bronchien. Das Konzept, zähes Sekret durch chemische Substanzen zu verflüssigen, scheint bestechend – funktioniert aber nicht. Die Mittel können erst recht nicht wirken, wenn wegen vermehrten Schwitzens gar nicht genügend Wasser für die Verflüssigung in den Adern kreist. Ob reichliches Trinken das Problem lösen kann, ist derzeit umstritten.