Ob Dschungelcamp, Fox News oder Guido Knopp - überall schleicht sich das fiese -tainment ein, das die Berliner NGBK (bis zum 6. Februar) aktuell von 25 Künstlern untersuchen lässt. Es hängt sich an alles Mögliche und produziert beständig neue Spielformen der Bewusstseinsindustrie: Info-, Edu-, Poli-, Psycho-, Militainment. Gut, dass das mal jemand auf dem Schirm hat und sich ein paar Gedanken über das Copyright an Landschaften oder die Rolle von doppelrotorigen Chinook-Hubschraubern in Amateurvideos macht.

Einige der Arbeiten von Geissler und Sann oder Friederike Anders zum Beispiel zeigen jedoch, dass gut gemeint auch das Gegenteil von gut sein kann.

Klar nervt Snoop Doggs stumpfes Pimp-Geprotze, und tatsächlich können Oberleutnantsbärte immer noch die absolute Härte sein. Das alles zusammen auf etwas weniger als drei Minuten Video gebannt, wirkt aber ähnlich holzhammermäßig wie die Schmutzfilm Produktion aus den Siebzigern: Cruise-Missile-Videos, Fitness-Wahn in Los Angeles und obskure Motivationspsychologie. Tja, echt irre, diese Amis. Um einiges interessanter Christian Jankowski, der Wiedertäufer beim Gottesdienst der Harvest Fellowship Church besucht - seine Suche nach dem Holy Artwork befasst sich eben auch mit der eigenen Künstlerrolle. Ebenfalls spannend eine Videoarbeit von Christian Pundschus und Philip Grözinger, die zwei Einzelkämpfer beim Survival-Training zeigt: Ich-AGs am Rande des Nervenzusammenbruchs klettern durchs Gelände. Doch nicht etwa auf der Suche nach dem nächsten Dschungelcamp?