Zunächst zur Motorbremse: Die Annahme, dass die ein Spritfresser sei, stammt aus der Zeit, als die Autos noch Vergasermotoren hatten. Die saugten nämlich bei hoher Drehzahl viel Benzin, und damals war es tatsächlich günstiger, frühzeitig auszukuppeln. Heute haben alle Motoren eine Benzineinspritzung und verfügen meist über eine elektronisch gesteuerte Schubabschaltung: Wenn man den Fuß vom Gas nimmt, nicht auskuppelt und die Drehzahl über einem Wert von etwa 1500 (beim Diesel: 900) Umdrehungen pro Minute liegt, dann wird kein Kraftstoff mehr eingespritzt, der Verbrauch ist gleich null. Das ist noch weniger als im Leerlauf, bei dem der Motor ja weiterhin Benzin bekommt. Deshalb sollte man sich beim Bremsen vom Motor unterstützen lassen.

Um auf Ihr konkretes Beispiel zurückzukommen: Man muss da zwei Fälle vergleichen, eine lange Ausrollphase mit ausgekuppeltem Gang und Leerlaufverbrauch und eine kürzere Phase der Motorbremse mit Nullverbrauch. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, und je nach Fahrzeugtyp und Ausgangsgeschwindigkeit könnte die von Ihnen beschriebene Fahrweise sogar einen winzigen Sparvorteil bieten. Man wird mit einer derart »vorausschauenden« Zuckelei aber auch leicht zum Verkehrshindernis. Christoph Drösser

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