Revolution" war noch die zurückhaltendste Lobpreisung. "So wichtig wie die Erfindung des PC", hatte Apple-Chef Steve Jobs posaunt. Ein Paradigmenwechsel in der urbanen Mobilitätsdebatte war ausgemachte Sache. Der elektrisch angetriebene Segway Human Transporter des amerikanischen Erfinders Dean Kamen, ein High-Tech-Roller mit der Optik eines Handrasenmähers, der mittels hoch entwickelter Sensorik erspürt, wohin der Fahrer will, war ein Medienhype erster Güte und einer der Aufreger des Jahres 2001.

Die Ernüchterung entsprach der Fallhöhe: 100000, ja 200000 Stück hatte die Segway LLC aus Manchester/New Hampshire im ersten Jahr verkaufen wollen. Eine Rückrufaktion, die notwendig wurde, weil man mit dem Roller stürzen konnte, sobald die Akkus schwächelten, enthüllte im September 2003 die wahren Zahlen: Nur 6000 Stück hatte man losschlagen können.

Neben dem Preis – ab 4000 US-Dollar – behinderten die Behörden seine Verbreitung, weil sie den Segway weder auf Bürgersteigen (zu groß und zu schnell) noch auf Straßen (zu klein und zu langsam) sehen wollten. Der Traum, die amerikanischen Briefträger damit auszustatten, scheiterte unter anderem daran, dass diesen mangels Eigenbewegung kalt wurde. Und dass die Bedienung nicht idiotensicher war, bewies der US-Präsident höchstselbst, als er auf dem Human Transporter zu Fall kam (und dabei fotografiert wurde). Die Einschätzung, es handele sich um ein "hübsches Spielzeug" (ZEIT Nr. 51/01) erwies sich offenbar als zutreffend.

Jetzt die Nachricht aus New Hampshire: Ein modifizierter Segway soll klar machen, welche Verkehrsfläche dem innovativen Vehikel zukommt. Der Centaur ist fürs Gelände konzipiert. Das vierrädrige Fahrzeug ist ebenfalls mit dem Körper kontrollierbar, zum Beschleunigen lehnt man sich nach vorn, zum Bremsen zurück, zur Seite, wenn die Kurve kommt. Der Centaur (35 Stundenkilometer schnell) kann auf zwei und vier Rädern angeblich kippsicher bewegt werden und ermöglicht Sprünge und gewagte Manöver. Ein Spaß- und Freizeitvehikel. Bisher gibt es einen Prototyp und ein Filmchen im Internet. Und eine neue Bescheidenheit: Segway LLC will erst mal schauen, ob der Markt so was überhaupt braucht. Burkhard Strassmann