Vorteilhaft.

Österreichs flotter junger Finanzminister, Karl-Heinz Grasser, ist in der EU berüchtigt für seine gnadenlose Kritik an den deutschen Staatsschulden. In Österreich kennt man ihn mehr als Experten für hemmungslose Vorteilsnahme (ZEIT Nr. 45/03). Ob privat gesponserte Homepage, Gratisanzug vom Modedesigner oder das Gratis-Upgrading von der Touristen- in die Business-Class auf dem Rückflug, mit Freundin, aus dem Tsunami-Urlaub auf den Malediven - Grasser ist kein Neinsager. Nur eine Frage von Ethik oder wenigstens Stil? Auch des Steuerrechts, sagen übellaunige Juristen in Wien.

Und warum blieb der Minister mit seiner Freundin trotz des Chaos ringsum im Luxus-Resort (das von der Flut nicht betroffen war)? Die Regierung dort habe ihn darum gebeten, erzählte der Minister nach der Heimkehr. Der Wiener Standard, lästig, fragte in Male nach, und siehe da: Die besagte Regierung hatte von Grasser gar nichts gewusst. Erst am letzten Tag traf sich ein hoher Beamter mit ihm auf dem Flughafen. Grasser hatte darum gebeten. Die VIP-Behandlung beim Abflug war damit gesichert. Das ist nur Mitnahme - steuerlich unbedenklich.

Die Krallen der IRA.

Die Katze IRA lässt einfach das Mausen nicht. Kurz vor dem Weihnachtsfest krallte sich die nordirische Untergrundarmee den saftigen Brocken von über 40 Millionen Euro, bei einem Bankraub, generalstabsmäßig geplant und exekutiert, samt Kidnapping und Todesdrohungen. Dabei hatte Gerry Adams, Parteichef der IRA-nahen Sinn Féin, in den vergangenen Jahren unablässig verkündet, die IRA habe sich in ein schnurrendes Kätzchen verwandelt. Viele nahmen Adams sogar ab, dass Sinn Féin mit der IRA nun wirklich nichts zu tun habe. Obwohl in Nordirland jedes Kind weiß, dass Adams im Armeerat der IRA sitzt und ohne ihn gar nichts läuft. Nun geht selbst den gutwilligsten Gemütern auf, dass sie einer Scharade aufgesessen sind. Nur Vollidioten, so Bertie Ahern, der erboste Regierungschef Irlands, könnten annehmen, dass Adams nichts vom Millionenraub gewusst habe.

Eurocop sieht alles.

Die Zusammenarbeit der europäischen Polizei nimmt Formen an. Jüngst stoppte die französische Polizei einige hoch motorisierte Luxuswagen aus Großbritannien, die mit 200 Stundenkilometern von Calais in Richtung Süden rasten. Es waren die Teilnehmer der traditionellen Cannonball-Rallye, eines illegalen Wettrennens auf französischen Autobahnen. Bislang konnten die Fahrer erst nach Stunden gestoppt werden, diesmal war schon kurz vor Lille Schluss: Die britische Polizei hatte die Franzosen rechtzeitig gewarnt. Jene gewährten den verhinderten Rasern daraufhin eine besondere Eskorte: Ein Polizeihubschrauber begleitete sie bis an die EU-Außengrenze, vor die französische Schweiz.