Wie in jedem Jahr werden in San Francisco auf der MacWorld Conference & Expo von Apple-Gründer Steve Jobs die neuen Produkt-Highlights vorgestellt. Im Zentrum stand dieses Mal Mac Mini , der sich nicht nur durch ein kleines Gehäuse auszeichnet, sondern auch durch einen kleinen Preis. "Mit einem Preis ab 489 Euro ist der Mac Mini der günstigste Weg, um in den Genuss von Mac OS X und iLife zu kommen", sagte Jobs. Mit dem Rechner für Einsteiger hofft Apple seinen Kundenstamm zu erhöhen. In zwei unterschiedlichen Ausführungen wird er ab Ende Januar auf den Markt kommen.

Der iPod Shuffle wird das jüngste Mitglied in der größten Familie der digitalen Music Player. Seit der Einführung wurden 10 Millionen Exemplare verkauft. Auch hier betont Jobs den günstigen Preis von unter 100 Euro und verrät damit eine neue Billigstrategie. Im Software-Bereich stellte der Firmenchef ein Upgrade des digitalen Lifestyle-Programms iLife, Videobearbeitungssoftware Final Cut Express HD und das neue Textverarbeitungs- und Präsentationsprogramm iWork vor.

Der für Apple inzwischen wichtigste Geschäftsbereich rund um die Musik sorgt auch für eine Neuerung in der Automobilindustrie. Zusammen mit verschiedenen Fahrzeugherstellern versucht man, den iPod in die Auto-Stereosysteme einzubinden. "Nahezu jeder Autohersteller der Welt arbeitet mittlerweile daran, den iPod in seine Modelle zu integrieren", sagt Philip Schiller vom Produktmarketing. Das erste Integration Kid kommt nun im April mit dem neu entwickelten 2006 Mercedes-Benz M-Klasse in den USA auf den Markt. Über die Steuerelemente des Lenkrades und das Multifunktionsdisplay im Armaturenbereich kann der iPod vom Fahrer bedient werden.

Die jährliche Messe rund um den Konzern ist das Highlight der Firma und aller Apple-Anhänger. Dementsprechend lautstark wurde im Vorfeld über die Neuerungen spekuliert. Die Weblogs von AppleInsider, PowerPage und ThinkSecret berichteten bereits seit Wochen ausführlich über den neuen Billig-Mac und die Audio-Schnittstelle Asteroid. Die Vehemenz, mit der Apple gegen die Veröffentlichungen vorging, deutete schon darauf hin, dass es sich nicht um bloße Gerüchte handelte.

Als Reaktion auf die Berichterstattung hatte Apple im Dezember Klage beim Superior Court in Santa Clara County in Kalifornien eingereicht. Der Konzern will herausfinden, wer hinter den Bloggern steckt. Möglicherweise handelt es sich dabei um eigene Angestellte, die zur Geheimhaltung interner Informationen verpflichtet gewesen wären. Die Betreiber der betroffenen Websites vertritt die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation.

Mit innovativen Ideen und großer Anwenderfreundlichkeit hatte sich Apple einen Namen gemacht und in der Branche eine Vorreiterrolle eingenommen. Nachdem vor einigen Jahren aber die Aktienkurse und Verkaufszahlen eingestürzt waren, erholte sich das Unternehmen erst wieder mit der Einführung des iTunes Music Store im April 2003. Seitdem haben sich Musikliebhaber 200 Millionen Songs kostenpflichtig heruntergeladen und für einen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar gesorgt. Der Aktienkurs konnte damit seinen Tiefststand verlassen und erreicht nun fast wieder das Allzeithoch der Boom-Jahre. Auf die Präsentation der neuen Produkte reagierte die Börse indes noch nicht.