DIE ZEIT: Herr Schily, Sie sind Pianist und Cellist. Wenn Sie sich einmal das Bundeskabinett als Orchester vorstellen: Wem würden Sie die Harfe und wem die Pauke geben?

OTTO SCHILY: Das ist schwierig. Sie sind alle nicht besonders musikalisch. Der Dirigent ist klar, das ist Gerhard Schröder, der macht das auch meisterhaft. Aber er ist ja mehr der bildenden Kunst zugewandt. Davon versteht er sehr viel, inzwischen sogar mehr als ich, und das will was heißen.

ZEIT: Für wen ist die zarte Harfe?

SCHILY: Die zarten Töne, gibt es die im Kabinett? Ich habe sie noch nicht entdeckt.

ZEIT: Am besten besetzen Sie nur den Pianisten und den Cellisten.

SCHILY: Es ist natürlich auch übertrieben, wenn Sie mich Pianist und Cellist nennen. Ich bin auf beiden Instrumenten ein Dilletant. Und das Cello steht im Moment leider in der Ecke. Zum Klavierspielen aber komme ich schon des Öfteren, ohne Klavier habe ich Entzugserscheinungen.

ZEIT: In modernen Orchestern wird auch mit der Rassel gespielt. Vermissen Sie eigentlich Hertha Däubler-Gmelin?