Inferno und Befreiung Auschwitz im HarzSeite 5/5

Nach dem Krieg wollte die deutsche Gesellschaft davon nichts wissen. Man lokalisierte die Verbrechen – sofern man überhaupt darüber sprach – »im Osten«, und der Täterkreis wurde auf »die SS« eingegrenzt. Vielleicht hatte die Rede von »den Verbrechen im Osten«, die sich seit den sechziger Jahren im Symbol Auschwitz verdichtete, jedoch nicht nur eine exkulpatorische Funktion, sondern bot die einzige Möglichkeit für die Zeitzeugengeneration, sich den Verbrechen überhaupt zu stellen.

60 Jahre nach Kriegsende allerdings ist es an der Zeit, der Forschung Rechnung zu tragen. Und dazu gehört auch die Einsicht, dass am 27. Januar 1945 Auschwitz zwar befreit wurde, für die meisten Häftlinge Auschwitz jedoch weiterging – Hunderte Kilometer westlich, mitten in Deutschland.

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Der Autor ist Historiker und Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Nordhausen

 
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