neobiota Neubürger NanduSeite 5/5
Das aber setze Aufklärung voraus. Die vermisst Wölfel besonders, wenn es um einen weiteren Einwanderer geht: den Wolf. Erst kürzlich wurden bei Rostock Schafe gerissen, vermutlich von einem Wolf. Sofort kochten die Emotionen hoch. »Bei uns riefen die Leute an und wollten wissen, ob sie oder ihre Kinder noch in den Wald gehen können. Rotkäppchensyndrom nennen wir diese Angst.«
In der Lausitz gibt es bereits ein kleines Wolfsrudel mit acht Tieren. Sie leben in einem militärischen Sperrgebiet, in das sich kein Bürger vorwagt – das hält die Konflikte niedrig. Noch. Denn auch Wölfe sind vermehrungsfreudig. Deshalb werden die Konflikte zunehmen, Erfahrungen in Skandinavien und der Schweiz zeigen es. Dort werden Einzeltiere, die hohe Schäden verursachen, ganz pragmatisch abgeschossen.
Warum nicht auch einzelne Biber erlegen, die partout Obstbäume fällen? Oder einen Nandu, der die seltenen Heuschrecken wegpickt? Eine nationale Strategie ist überfällig. Stilles Lavieren im Gesetzesdickicht und Durchwurschteln wie bisher hilft nicht mehr. Denn wer Tierarten heilig spricht und konzeptlos mit ihnen umgeht, muss mit bösen Überraschungen rechnen. Vor allem, wenn sie sich so rasch vermehren wie Nandu, Biber und Wolf.
- Datum 17.12.2006 - 13:42 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 20.01.2005 Nr.4
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