tagebuch Gott ist kein Spießer

Begegnungen mit Else Lasker-Schüler in den letzten Jahren ihres Lebens

25. 1. 42 Sie soll nicht, wie ich glaubte, 66 sondern mindestens 74 Jahre alt sein. Dann ist ihre Vitalität ungeheuer.

Sie erzählt ein gleichgültiges Schiffserlebnis. Mitten drin kommen die Worte: »Da kam der Steward auf mich zu: Sind Sie Frau Lasker-Schüler? – Ja, leider.«

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Sie sagt: »Ich war so arm, daß ich in Berlin immer unter den Balkonen der Häuser ging, damit meine Eltern im Himmel mich nicht sähen.«

Ich frage sie, ob sie die englische Anthologie, in der Gedichte von ihr stehen, gelesen habe. Sie verneint.

Sie bekennt, daß sie nie Bücher gelesen habe. Nur wenn sie einen Menschen gern gehabt habe, dann habe sie auch seine Bücher gelesen. So einen Roman von Kurt Münzer.

8. 2. 42 Sie sprach neulich einmal von »Wiesenschaumkraut«. Ich habe keine Ahnung mehr, wie es aussieht, aber aus dem wunderbaren Wort fühle ich es entstehen –

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