Respekt und Vertrauen sind weg

Josef Joffe: Noch mal mit Gefühl, ZEIT Nr. 4

Ich bin der Ansicht, dass Sie sich leider irren in der Auffassung, die Wiederannäherung an die USA könnte gelingen. Nicht mit diesem Deutschland, nicht mit dieser Regierung, nicht mit diesem Kanzler. Und nicht in der zweiten Wahlperiode dieses sehr starken Präsidenten.

Im Grunde herrscht Funkstille, weil Misstrauen zu Deutschland vorherrscht, weil unser Land in den USA nicht mehr als sicherer Verbündeter gilt. Allein dieser Zustand müsste hier große Besorgnis wecken, ist er doch, bei Lichte betrachtet, das erste Desaster der deutschen Außenpolitik seit 1949.

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Wichtig in der großen Politik ist bekanntermaßen der Direktkontakt der ersten Männer der Staaten. Dabei zählen Respekt und Vertrauen. Beides ist lange weg.

Schon aus Gründen der Sicherheit wird sich die USA-Führung beim Vergessen schwer tun.

Die deutsche Verweigerung beim Irak-Einsatz wird in den USA von breiten Schichten der Wähler als grobe Undankbarkeit, ja Treuebruch gesehen. Dies lässt sich mit dem Standardhinweis auf innere US-Widerstände nicht kaschieren, denn die gibt es fast zu jeder Frage.

Deutschland hat seine Antworten selbst zu finden, nicht von der amerikanischen Opposition zu entlehnen, schon gar nicht von einem Michael Moore.

A. LERCHE, PER E-MAIL

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 06/2005
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    • Schlagworte USA | Außenpolitik | Opposition
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