Tischlein, deck dich

Es waren einmal zwei Bundesländer, die waren ganz ohne Schuld in große Not geraten, weshalb die anderen Länder ihnen beistanden und ihnen jedes Jahr viele hundert Millionen Mark und später viele hundert Millionen Euro überwiesen. Damit ließen es sich die beiden gut gehen.

Nun wurden die Zeiten aber schlechter. Auch die reicheren Länder wussten nicht mehr ein noch aus. Wer würde in Zukunft für Bremen aufkommen? Diese Frage kann ich Ihnen nicht beantworten, sprach der bremische Finanzsenator und trat aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger aber ging zum Wucherer und bat um Kredit - außerdem plante er milde Gaben der anderen Länder ein, als seien sie schon gewährt.

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Das Saarland wiederum flehte, bloß noch ein letztes Mal auf die Großzügigkeit der anderen vertrauen zu dürfen - dann werde es in Zukunft auch gewiss für sich selbst sorgen. An welchen Betrag hätte man da denn so gedacht? Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich das nicht quantifizieren, sprach der Finanzminister, gewann die nächste Landtagswahl und beschloss, hinfort nicht weniger als ein Viertel aller Ausgaben durch Schulden zu finanzieren.

Da verkündeten die anderen Länder, nun müsse Schluss sein mit der Bettelei, es gebe schließlich ärmere Länder, und diese seien auf Mildtätigkeit weitaus dringender angewiesen als Bremen und das Saarland. Darauf beschlossen jene, die anderen Länder zu verklagen - so lange hatten diese ihnen nun schon beigestanden, nun sollten sie es immerdar tun. Dies ist kein Märchen.

 
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