Walter Bau: Gescheitert

Am Dienstagmorgen meldete die Walter Bau AG Insolvenz an, nachdem sie wochenlang unter den Augen der Öffentlichkeit mit ihren Banken um Bürgschaften und Kredite verhandelt hatte. Das Unternehmen konnte sich zwar mit einem Großteil der 27 beteiligten Gläubigerbanken und Kreditversicherer auf ein Rettungskonzept einigen - jedoch nicht mit allen. Vor allem die ABN Amro soll überzogene und kaum erfüllbare Forderungen für weitere Kredite gestellt haben.

Ob das jetzt eröffnete Insolvenzverfahren jedoch helfen kann, möglichst viele der insgesamt 9500 Arbeitsplätze zu retten, ist fraglich. Den Ablegern des Konzerns wird es schwer fallen, neue Aufträge zu akquirieren, Gläubiger werden auf der sofortigen Rückzahlung von Schulden bestehen, und die Lieferanten der Walter-Bau-Töchter bestehen ohnehin seit Wochen schon auf Vorauszahlung. Durch den öffentlich ausgetragenen Streit mit den Banken gingen zudem die Aufträge drastisch zurück, weil viele Kunden mit der Pleite rechneten.

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Für die Arbeitsplätze wäre es das Beste gewesen, das Insolvenzverfahren schon vor Wochen zu eröffnen, urteilt Christoph Paulus, Professor für Insolvenzrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin. Wie viele Arbeitsplätze erhalten bleiben, hängt nun vom Geschick des Insolvenzverwalters Werner Schneider aus Neu-Ulm ab. Der Wirtschaftsprüfer selbst profitiert auf jeden Fall vom lukrativen Insolvenzverfahren.

 
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