Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sollen heute in der ägyptischen Stadt Scharm el Scheich zu Gesprächen zusammen kommen. Der Gipfel findet unter der Schirmherrschaft des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak statt. Das erste israelisch-palästinensische Treffen seit vier Jahren soll neue Impulse für den Friedensprozess im Nahen Osten bringen und fordert von beiden Seiten Kompromisse mit dem Ziel, einen Palästinenser-Staat an der Seite Israels zu schaffen. Laut der israelischen Zeitung Haaretz in ihrer Onlineausgabe sollen die Delegationen beider Seiten ein Abkommen über eine Waffenruhe vorbereitet haben. Die Palästinenser wollen demnach ein Ende von Terror und Gewalt ankündigen. Die Politiker wollen auch über die Kontrollübergabe in fünf Städten des Westjordanlands an die Palästinenser und den von Scharon angestrebten israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen sprechen. Auf der Tagesordnung steht ebenso die Freilassung von 900 palästinensischen Gefangenen. Zu der Waffenruhe machten Israelis und Palästinenser unterschiedliche Angaben. "Wir haben uns auf einen gegenseitigen Waffenstillstand geeinigt", sagte der einflussreiche palästinensische Regierungsberater Mohammed Dahlan. "Dieser Waffenstillstand bedeutet einen Stopp aller Aktionen gegen Palästinenser und Israelis in Übereinstimmung mit der Road Map", sagte er unter Verweis auf den internationalen Nahost-Friedensplan. Aus israelischen Regierungskreisen hieß es dagegen: "Wir werden einen Stopp der Militäreinsätze erklären, unter der Bedingung, dass Terror und Gewalt beendet werden." Unklar ist jedoch, ob die radikalen Palästinenser-Gruppen die Einigung anerkennen würden.Der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, hat die Erfolge des neu begonnenen Dialogs im Nahen Osten vom Kampf der palästinensischen Führung gegen Attentäter und radikale Gruppen abhängig gemacht. "Es werden dort keine Verhandlungen stattfinden. Alles wird am Ende von der Bereitschaft und Entschlossenheit des Präsidenten Abbas abhängen, gegen den Terror vorzugehen" sagte er heute im ARD. Im Unterschied zu früheren Gipfeltreffen sah Stein drei Rahmenbedingungen verbessert: Israel plane bis September seinen Rückzug aus dem Gaza-Streifen sowie aus vier Siedlungen im Westjordanland. Als Nachfolger für Jassir Arafat gebe es auf palästinensischer Seite mit Abbas einen moderaten Gesprächspartner. Und US-Präsidenten George W. Bush sei entschlossen, "für die Demokratie und gegen den Terror zu kämpfen".Abbas und Scharon werden in den kommenden Monaten zu getrennten Gesprächen mit George W. Bush in Washington erwartet.Die Kernprobleme eines Nahostfriedens(Mit reuters, dpa, afp)